Palästina-Israel

Wohin steuert Palästina?

von Clemens Ronnefeldt

Der jüngste Gazakrieg im November 2012, der mehr als 160 Todesopfer auf palästinensischer und fünf auf israelischer Seite forderte, hat die Hamas gestärkt - die Fatah dagegen geschwächt.

Seit dem Wahlsieg der Hamas im Januar 2006 drifteten beide palästinensische Lager immer stärker auseinander und bauten jeweils eigene Sicherheitsapparate auf, die nur von ihnen selbst kontrolliert werden. Fatah-Mitglieder verfolgten und töteten Hamas-Mitglieder in der Westbank, Hamas-Mitglieder verfolgten und töteten Fatah-Mitglieder im Gazastreifen.

Eine palästinensische Nationalinitiative unter Leitung des Arztes Dr. Mustafa Barghouti versuchte, beide Lager wieder einander anzunähern. Die Fatah wurde bei den jüngsten Versöhnungsgesprächen mit der Hamas Ende des Jahres 2012 von Abdallah Al-Frangi vertreten, dem langjährigen höchsten diplomatischen Vertreter der Palästinenser in Deutschland.

Israel-Palästina – Die immer wiederkehrende Gewaltspirale in Gaza


von Dieter Riebe

Die immer wieder auf flackernde Gewalteskalation in Gaza läuft nach den selben Schema ab wie die vorherigen. Auffällig ist, dass die Eskalation der Gewalt, wie das letzte mal auch kurz vor den Wahlen in Israel statt findet. Ist dies eine Wahltaktik der israelischen Regierung oder Teil eines Planes der Palästinenserführung?

Jede Seite will Rache für vorhergehende Gewalttaten. Beide Seiten reagieren auf „Unrecht“. Generell sind sowohl die Palästinenser als auch die Israelis gewaltbereit, so dass die Spirale der Gewalt ohne Ende scheint.

Die Realität in Palästina ist so krank, dass es jede Vorstellungskraft übersteigt

von Melkam Lidet

Vergangenen Samstag fuhren meine Freunde und ich nach Jayouss, einem Bauerndorf im nordwestlichen Teil der West Bank, nahe der von Israel errichteten Teilungsmauer.

Jayouss ist eines der palästinensischen Dörfer, das 2005 einen gewaltlosen Kampf gegen die Errichtung der Mauer gewann, der zu einem Gerichtsurteil führte, welches die Änderung des Verlaufs der Mauer anordnete.

Während diese Änderung dem Dorf ein paar Dunam (= 1.000 m²) Land zurückgab, verbleiben 75% der landwirtschaftlichen Nutzfläche noch immer in der „Gürtelzone,“ eingesperrt zwischen der Grünen Linie und der Teilungsmauer. In der Folge müssen die Bauern jetzt Bewilligungen einholen, um durch die Abgrenzung zu ihren Anbauflächen zu kommen. Die Bestimmungen darüber, wer überhaupt eine Bewilligung bekommt und über den „Zutritt“ sind weder eindeutig noch gleichbleibend.

Bonner OB Nimptsch lässt sich vom Jüdischen Nationalfonds vereinnahmen

von Dieter Riebe und Siegfried Ullmann

Wir glauben nicht das der Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch die Vertreibung von Beduinen in Israel unterstützen will, doch tut er dies wohl unbeabsichtigt, weil er über die Zusammenhänge im Unklaren gelassen wurde. Dies trifft auch für dessen Frau zu, die bei der Enthüllung des Modellschiffs des Einsatzgruppenversorger der Bundesmarine im Foyer des Stadthauses, am 17.08.2012 der Meinung war, dass es sich nicht um ein Kriegsschiff handeln würde. Dies ist natürlich falsch. Der Einsatzgruppenversorger hat eine leichte Bewaffnung und wird von militärischen Personal betrieben, da hat sie sich wohl auch nicht richtig aufklären lassen.

Der Jüdische Nationalfonds (JNF) will am 23. September in Bonn im Rahmen der "Interkulturellen Woche" einen Israeltag veranstalten. Dabei soll unter der Schirmherrschaft des Herrn Oberbürgermeisters Nimptsch Geld für einen "Bonner Hain" im "Wald der deutschen Länder" gesammelt werden. Allem Anschein nach weiß die Stadt Bonn nicht, um was es sich bei dem JNF handelt und für welche Zwecke der JNF gespendete finanzielle Mittel einsetzen will.

Zusammenstellungen zum Israel-Iran-Konflikt

von Siegfried Ullmann

Liebe Friedensfreunde, Nahost-Interessierte und Israel-Unterstützer,

 

in meinem vorherigen Artikel hatte ich die verfälschten Aussagen des iranischen Ministerpräsidenten Ahmadinedschad, die immer wieder zur Rechtfertigung eines israelischen Angriffs auf den Iran verwendet werden, angesprochen. Daraufhin erhielt ich den beigefügten Artikel "Ahmadinedschad und die Sache mit der Landkarte", in dem der richtige Wortlaut des Zitats und der Zusammenhang seiner Entstehung dargestellt wird. Entsprechend der amtlichen Übersetzung des Deutschen Bundestages hat Ahmadinedschad gesagt, „das Regime, das Jerusalem besetzt hält, müsse aus den Analen der Geschichte getilgt werden“ – so wie die Regimes des Schah, der Sowjetunion und Saddams (s. auch Bericht von Jürgen Todenhöfer -  „Auf der Suche nach der Bombe“.

Die Ablenkung von den israelischen Massenvernichtungswaffen und der Einfluss der Israellobby

von Siegfried Ullmann

Liebe Friedensfreunde, Nahost-Interessierte und Israel-Unterstützer,

 

das kleine Prosa-Gedicht des Günter Grass hat ja viel Staub aufgewirbelt. Es ist der Staub des Unrechts, wie Erich Fried in "Trockene Gedichte" schrieb. Erschreckend waren die Reaktionen in der deutschen Presse, die sich weitgehend auf persönliche Verunglimpfungen beschränkten und mit gefälschten Zitaten des iranischen Ministerpräsidenten argumentierten. Ahmadinedschad hat nie gesagt, dass Israel von der Landkarte verschwinden müsse, sondern das zionistische Regime, also die israelische Regierung, müsse verschwinden. Hierzu die Ausführungen von Georg Schramm, alias Oberst Sanftleben - Ahmadinejad-Rede. Er forderte also lediglich einen Regimewechsel für Israel, so wie der Westen einen Regimewechsel für den Iran fordert, wie auch viele Iraner. Hierauf hatte auch das  jüdische Friedenslager, das sich hinter Günter Grass stellte, hingewiesen, was aber vollkommen ignoriert wurde.

 

Israel will von Deutschland finanzierte humanitäre Projekte im Westjordanland abreißen

von medico international


"Verdrängung durch gezielte Rückentwicklung"

Israelische Behörden wollen im Westjordanland humanitäre Projekte, die mit deutschen Mitteln finanziert werden, im Wert von mehr als 200.000 Euro abreißen lassen. Betroffen sind Windkraft- und Solaranlagen, welche die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international in Zusammenarbeit mit der israelischen Organisation Comet-ME in palästinensischen Dörfern der Südhebronhügel errichtete. Finanziert werden die Projekte aus Spendengeldern und mit finanzieller Unterstützung des Deutschen Auswärtigen Amts.