Aktuelles

Rede am Hiroshima-Denkmal in Bonn-Beuel von Robert Nicoll

Robert Nicoll ist Sprecher der Beueler Friedensinitiative

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
wie Dieter Riebe schon deutlich gemacht hat, ist auch weiterhin unser Engagement und das der weltweiten Friedensbewegung notwendig. Wir freuen uns deshalb darüber, dass uns auch in diesem Jahr wieder die besten Wünsche der Wiener Friedensbewegung zugegangen sind. Ich zitiere aus ihrem Grußwort: „Trotz aller internationalen Bemühungen werden immer noch mehr als 2.000 Atomsprengköpfe in den Arsenalen auf höchster Alarmbereitschaft gehalten, das heißt, sie sind sofort einsatzbereit. Diese Situation können wir nicht länger dulden. Wir sind empört über die jahrzehntelange Verweigerung der Vernichtung aller Atomwaffen. Die atomare Abrüstung muss an die erste Stelle der Tagesordnung der internationalen Politik gesetzt werden.

Rede am Hiroshima-Denkmal in Bonn-Beuel von Horst Naaß

Horst Naaß ist Bürgermeister der Stadt Bonn

Ich grüße heute alle, die wie ich den Frieden lieben und deshalb hierher gekommen sind, um eines tragischen und traurigen Tages in der Geschichte der Menschheit zu gedenken. Und ich danke der Friedensinitiative Beuel und ihren Partnern von „Ärzte gegen den Atomkrieg“ und aus der „Deutschen Friedensgesellschaft“ für die Einladung, dies gemeinsam hier am Beueler Ufer zu tun.

Rede am Hiroshima-Denkmal in Bonn-Beuel von Dieter Riebe

Dieter Riebe ist Vorsitzender der DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg

Atombomben gehören geächtet und abgeschafft!

Es ist wichtig, dass wir hier an den Atombombenabwurf vom 6.08.1945 gedenken. Es ist wichtig, dass wir dazu beitragen, dass dieses Verbrechen an der Stadt Hiroshima und 3 Tage später an Nagasaki nicht vergessen wird. Ja, es handelte sich um eine Massenvernichtung von Menschen, Tieren und Pflanzen einer ganzen Stadt. Unterschiedslos wurden ganze Familien ausgelöscht. Familien mit Kindern, Mütter, Väter, Eltern, Großeltern - ob arm oder reich - alle mussten sterben. Sie mussten sterben, weil skrupellose Politiker und Generäle es für richtig hielten, ihre militärische Macht zu demonstrieren. Atombomben sind eigentlich keine Waffen, sondern menschenverachtende Massenvernichtungsmittel und gehören unbedingt geächtet und abgeschafft.

Mali - Stellungnahme zur französischen Militärintervention in Mali

von Afrique-Europe-Interact


1. Vorbemerkung:

Immer wieder haben wir uns als Afrique-Europe-Interact in den letzten 9 Monaten zur dramatischen Mehrfachkrise in Mali zu Wort gemeldet, zuletzt mit einer taz-Beilage am 8. Dezember (http://www.afrique-europe-interact.net/index.php?article_id=821&clang=0) sowie seit Anfang Januar mit mehreren Pressemitteilungen und Spendenaufrufen anlässlich eines von der malischen Sektion von Afrique-Europe-Interact initiierten „Weißen Marsches“ in Mali
(http://www.afrique-europe-interact.net/?article_id=829&clang=0). Vor diesem Hintergrund möchten wir heute zu einigen der seit der französischen Militärintervention grundlegend veränderten Rahmenbedingungen Stellung beziehen, unter anderem dazu, wie sich das politische Kräfteverhältnis in Mali durch die Präsenz internationaler Truppen verschieben dürfte (was wiederum auf die Frage verweist, weshalb es überhaupt zur Intervention gekommen ist). Dabei wird – wie gehabt – bei unseren Überlegungen der Umstand eine zentrale Rolle spielen, dass wir in den letzten Wochen und Monaten in regelmäßigem, oft täglichem Kontakt mit AktivistInnen unseres transnationalen Netzwerks in Mali gestanden sind. Denn dies hat uns die Möglichkeit gegeben, die Auseinandersetzungen stets auch durch die Brille unserer malischen MitstreiterInnen zu betrachten und somit einige der in Europa fast zwangsläufigen Verkürzungen, Irrtümer, Projektionen und eurozentristischen Sichtweisen zu vermeiden oder zumindest klein zu halten.

 

Hände weg von Mali

Es gibt keinen Grund für eine Einmischung der Vereinigten Staaten von Amerika auf der Grundlage einer behaupteten Präsenz von al-Qaeda

von Dan Simpson (USA)

Die französische Entscheidung, militärisch in Mali, einer ehemaligen französischen Kolonie, zu intervenieren, hat wichtige Auswirkungen auf Mali, Frankreich und die Vereinigten Staaten von Amerika.

Mali war ein grundsätzlich freundlicher westafrikanischer Staat mit einer demokratisch gewählten Regierung. Die Vereinigten Staaten von Amerika halfen, seine bewaffneten Kräfte auszubilden und auszurüsten. Das Land ist nahezu zur Gänze muslimisch, besteht hauptsächlich aus Wüste, hat 14 Millionen Einwohner und wenige Ressourcen. Es hat keinen Zugang zum Meer und grenzt an Algerien, Burkina Faso, Guinea, Elfenbeinküste, Mauretanien, Niger und Senegal.

Mali: Keine Intervention!

Kein neues Afghanistan!
Gemeinsame Stellungnahme aus Friedensforschung und Friedensbewegung

von Prof. Dr. Werner Ruf, Dr. Peter Strutynski

Äußerungen aus dem Regierungs- und Oppositionslager sowie zahlreiche Kommentare und Leitartikel aus den Meinungsmedien zur Situation in Mali lassen den Eindruck entstehen, als käme die „internationale Gemeinschaft“ gar nicht daran vorbei, militärisch zu intervenieren. Und dies vornehmlich aus zwei Gründen: Erstens gehe es darum, den Zerfall des Staates Mali zu verhindern, damit sich dort keine „islamistischen“ Terrororganisationen einnisten; zweitens müsse der zu befürchtende Export terroristischer Aktionen über die Grenzen Malis und Afrikas hinaus verhindert werden. Der Komplexität der gesellschaftlichen und politischen Konfliktlinien in und um Mali wird diese Argumentation keinesfalls gerecht: Es geht dort um mehr als um den Maghreb-Ableger von Al Kaida oder um Drogen- und Waffenschmuggel. Der von Frankreich eingeschlagene Weg der kriegerischen „Stabilisierung“ Malis wird aller Voraussicht nach das Gegenteil dessen bewirken, was offiziell als Ziel ausgegeben wird. Und er trägt die Handschrift imperialistischer Politik einer altgedienten Kolonialmacht, die offenbar eine neue Chance in Afrika wittert.

Krieg um Uran? Mali, Niger und der Uranabbau für Atomkraftwerke

von Dirk Seifert

Frankreich hat in der letzten Woche militärisch in den Konflikt in Mali eingegriffen. Unterschiedliche Kräfte haben im Norden von Mali im letzten Jahr große Gebiete erobert. Dabei spielen auch fundamentalistische Kampfverbände eine bedeutsame Rolle, die eine separatistische Abspaltung von Mali erreichen bzw. insgesamt in der Sahel-Region islamistisch geprägte Herrschaftsverhältnisse aufbauen wollen, in der die Scharia als gesellschaftlicher bzw. gesetzlicher Rahmen gilt. Möglicherweise nicht in erster Linie dürften für das französischen Eingreifen aber auch schlichte materielle Interessen eine Rolle spielen: z.B. die Uranvorkommen in der Region Mali und Niger.

Weiterlesen: unter http://umweltfairaendern.de

siehe hierzu auch den Artikel: Eine denkwürdige Konferenz und dann ein Staatsstreich - Konferenz in Bamako vom 16.-18. März 2012

Hintergrundinformation: Krieg im Wüstenstaat

Auf Grund der aktuellen Militärintervention der Franzosen ist es unwahrscheinlich geworden, ob es noch zu dem sogenannten „Weißen Marsch“ kommen wird.