Meinungen

PESCO -
Europas Weg in den Militärstaat?

von Initiative kein Militär mehr

Die "Militärkoalition der Willigen" hieß es auf tagesschau.de, wenn die Außen- und Verteidigungsminister Deutschlands und weiterer 22 EU-Staaten am 13. 11. 2017 eine europäische Rüstungs- und Kriegsunion in Brüssel vereinbaren.

Freundschaft der Völker ist ein besserer Schutz als Waffen.

PESCO (Permanent Structured Cooperation) ist für die Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten in militärischen Bereich, kein Instrumentfür Stabilität in Europa, sondern wird durch die massiven US-Waffenlieferungen an die Ukraine zum Pulverfass!

Sicher ist, dass die weltpolitische „Machtentfaltung“ Deutschlands in der EU, die Außenminister Gabriel fordert, alle deutschen Friedensgelöbnisse nach dem Zweiten Weltkrieg ignoriert. Darüber hinaus sogar, die immer noch fortbestehende Feindstaaten-Klausel der UNO. Statt mit Großmacht-Ambitionen erneut Ängste vor Deutschland zu schüren, tun wir besser daran uns der Klärung dieser Fragen zu widmen.

Noch nie war die Welt so friedlich wie heute, die Statistik der Kriege zeigt seltsame Daten!

von Dirk A. Hiller

Klingt schräg, nicht? Auch wenn nicht alle Verbesserungen Richtung Frieden Ergebnisse der Friedensbewegung sind, die, wie Wenige wissen, genauso alt wie die Kriege selber ist, so hat sie doch einen großen Anteil daran. Denn oft reicht schon, dass Wächter/innen des Friedens als Beobachter vorhanden sind, um Schlimmes zu verhindern. Klar ist, jedes Leid, jeder Tote ist einer zu viel, doch wenn man die Anzahl der Menschen und Kriegstoten vergleicht, so werden, gerechnet von unseren Vorfahren den Jäger- und Sammler-Kulturen vor etwa 15.000 Jahren, bis heute, einer schräg gemischten recht globalen Zivilisation von Steinzeitkriegern mit Äxten und Maschinengewehren wie auch von studierten perversen IT-Spezialisten mit Joystick-Mord-Waffen, überraschend friedlichen Ergebnissen präsentiert.

Wenn auch nicht sofort sichtbar, nimmt die Gewalt deutlich und ständig ab. Nicht nur die organisierte Kriegsgewalt, sondern auch die Alltags-Gewalt zwischen den Menschen. Mord, Totschlag, Amok und Attentate – alle Arten des Leidens, die Menschen sich ausdachten, sind auf breiter Front und in großer Anzahl der Länder und Regionen auf dem Rückzug. So verrückt es klingt, bei all der Gewalt, die uns die Medien täglich in HD und wenn möglich in 3D präsentieren, belegen dies die nüchternen Zahlen der Statistik. Obwohl die Weltbevölkerung in den letzten Jahrzehnten massiv Anstieg, ist die Anzahl der Kriegsopfer enorm zurückgegangen.

Die Bundeswehr macht Schule

von Nina Forberger (vom Magazin Rubicon)

Ein Erlebnisbericht. Die Bundeswehr an einem sächsischen Gymnasium.

Zwei Monate lang haben wir uns intensiv mit den Hintergründen der Mission Mali, dem dazugehörigen Image-Feldzug der Bundeswehr sowie der Militarisierung Deutschlands auseinandergesetzt. Unsere Ergebnisse präsentieren wir in dieser Artikelreihe. Als Donald Trump im April dieses Jahres nach dem Giftgasangriff, der offiziell der syrischen Regierung zugeschrieben wird, mit einem militärischen Rückschlag drohte, war ich zutiefst betroffen und hatte Angst vor einer Eskalation, die weite Wellen schlagen würde. Ich verfolge die Geschehnisse in Syrien schon lange und sah mir Vorträge zum Thema von Michael Lüders und Daniele Ganser an.

Ich schrieb meiner GRW-Lehrerin (Gesellschaft, Recht, Wirtschaft) noch am selben Tag eine E-Mail und erzählte ihr von meinem großen Interesse an diesem Thema wie auch von meiner Angst und Betroffenheit. Ich fragte sie, ob ich meine Mitschüler in der nächsten Stunde über dieses Thema informieren dürfe. Die Antwort folgte schnell. Sie teilte mir mit, dass das leider nicht möglich sei, da wir in der nächsten Doppelstunde einen Gast im Unterricht haben würden, einen Jugendoffizier der Bundeswehr. Er würde uns über Deutschland in internationalen Organisationen informieren. Aber da passe das Thema Syrien rein und ich könne mich in der Stunde mit meinem Wissen beteiligen. Wenn wir nach unserem zweiwöchigen Praktikum noch Zeit haben sollten, könne ich den Vortrag noch halten.

Pazifismus ist realistischer als „Realpolitik“!

von Thomas Carl Schwoerer

Bei der 125-Jahr-Feier der Deutschen Friedensgesellschaft in Köln, die am 24. November 2017 stattfand, forderte Thomas Carl Schwoerer, einer der Bundessprecher der DFG-VK, ein sofortiges Ende des gescheiterten Kriegs gegen den Terror. Friedenspolitik und politischer Pazifismus seien weitaus realistischer als die sogenannte „Realpolitik“. Hier der vollständige Text seiner Rede:

Liebe Freundinnen und Freunde,

in Kürze entscheidet der Bundestag über die Verlängerung der drei schädlichsten Auslandseinsätze der Bundeswehr: in Mali, Afghanistan, sowie Syrien und Irak. Lasst uns bitte von hier aus die Bundestagsabgeordneten auffordern, gegen diese Verlängerungen zu stimmen und endlich Verhandlungen für Waffenstillstände und politische Lösungen nach den Vorbildern Kolumbiens und Nordirlands einzuleiten, damit nicht weitere Tausende von Menschenleben geopfert werden. Nur Verhandlungen schützen uns vor dem Terror. Der seit 17 Jahren geführte und gescheiterte Krieg gegen den Terror zeigt, dass es keine Alternativen zu Verhandlungen auch mit den Dschihadisten in den jeweiligen Ländern gibt. Die stattdessen angewendete Doktrin von Härte und Gnadenlosigkeit etwa durch Bombardements führt nur zu neuen Rekruten für den Terrorismus und zu Anschlägen auch in Europa.

Die amerikanische Religion des Krieges

von William J. Astore (USA)

Einige Gedanken zu Gewalt und militärischem Götzendienst in Amerika

Wenn Sie an die Umfragen glauben, ist Amerika eine Nation von Gläubigen. Eine Nation des Glaubens. Aber ist unser Glaube an einen friedliebenden Gott der Liebe wirklich wahr? Oder verehren wir stattdessen einen Kriegsgott? Aktuelle und vergangene Ereignisse legen nahe, dass die Amerikaner zu oft ihren Glauben in Krieg und Militär setzen. Wir fahren fort zu glauben - ungeachtet der Beweise, dass unser Glaube sowohl falsch als auch zerstörerisch ist.

Wir haben eine kultige Zuneigung zu Krieg und Militär. Sie bestimmt, was wir sehen - was wir wahrnehmen. Glaube ist sehen. Das Militär gibt zum Beispiel zu, an den "Fortschritt" im Irak und in Afghanistan zu glauben, also erfinden wir Kennzahlen, die zeigen, wie wir gewinnen (was genau das ist, was wir vor fünfzig Jahren in Vietnam getan haben).

Wie man die Koreakrise beenden kann?

von Ron Paul (USA)

Der Abstieg der US/Nordkorea-„Krise“ auf die Ebene eines Schulhofstreits sollte als eines der bizarrsten, gefährlichsten und skandalösesten Kapitel der US-Außenpolitikgeschichte in Erinnerung bleiben.

Präsident Trump, der das Leben von Millionen von Koreanern und Amerikanern in seinen Händen hält, hat es geschafft, den nordkoreanischen Diktator „Raketenmann auf einer Selbstmordmission“ zu nennen. Warum? Um ihn dazu zu bringen, irgendeine Aktion zu starten, um eine amerikanische Antwort zu provozieren? Vielleicht wartet der US-Präsident nicht einmal darauf. Wir erinnern uns anhand der false Flag-Aktion am Golf von Tonkin (mit der der Krieg gegen Vietnam legitimiert wurde, d.Ü.), dass die Provokation nicht einmal echt sein muss. Wir befinden uns auf einem äußerst gefährlichen Bereich, und der Kongress schläft entweder noch immer oder jubelt über das Säbelrasseln.

Jetzt haben wir nordkoreanische Drohungen, Wasserstoffbomben über dem Pazifischen Ozean zu zünden und Drohungen der Vereinigten Staaten von Amerika, das Land „total zu zerstören“.

Nordkoreas rationale Nuklearstrategie der Abschreckung

von Ted Snider (USA)

Einführung: Eine Lieblingstaktik der US-Propaganda ist es, einen ausländischen Gegner als "verrückt" zu bezeichnen, um einen militärischen Angriff zu rechtfertigen - so wie es jetzt mit Nordkoreas Kim Jong-un geschieht, obwohl sein Nuklearprogramm wirklich logisch ist, beobachtet Ted Snider.

Das Etikett "Verrücktheit", das Amerika Nordkorea anhängt, hat einen großen politischen Nutzen. Erstens färbt es die Interpretation von allem, was Nordkorea tut. Die Vermutung einer rationalen Motivation für unerwünschte Handlungen kann unterbunden werden: die Handlungen gelten als verrückt.

Zweitens wird dadurch das Ziel der Schuldzuweisung klargestellt. Drittens, und das ist am wichtigsten, rechtfertigt sie die Behauptung, rationale Diskussion und Diplomatie seien sinnlos und fehlgeleitet. Da das Regime irrational ist, ist es unfähig, auf die Vernunft zu hören: Der einzige Ansatz, der funktioniert, sind Bedrohungen, militärische Aktionen und Regimewechsel.

Gegner für verrückt zu erklären hat eine lange amerikanische Tradition. Manchmal wurde sogar die Installation eines gefügigen, aber brutalen und wahnsinnigen Diktators als wünschenswert angesehen, da man später - wenn sich Gehorsam zur Unbotmäßigkeitkeit entwickelt hat - mit dem Anbringen des Etiketts "verrückt" dessen Entfernung rechtfertigen kann. (Denken Sie zum Beispiel an Manuel Noriega [Panama] oder Saddam Hussein [Irak], die amerikanische Unterstützung bekamen, bevor ihr unberechenbares Verhalten sie zu Zielen für einen Regimewechsel machte.)